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Auwanderungsideen und Tipps

Verfasst: 10. Nov 2017, 19:06
von Schubi
Einige wollen aus Europa raus oder zumindest aus Ihrem deutschsprachigen Heimatland. Doch wohin und was dann? Hier mal allgemein und am Beispiel Panama einiges Wissenswertes:

Vorab: Sprachkenntnisse sind klar, brauche ich hier nicht weiter zu erwaehnen, Willst Du in einem Land leben, musst Du Dich irgendwie verstaendigen koennen, und zwar so dass man weiss was Du willst. Es sei denn, Du hast genug Geld fuer einen staendigen Dolmetscher. In Panama wird hauptsaechlich Spanisch gesprochen.

Als erstes ist die Frage sehr wichtig, warum man auswandern moechte. Dann kann man klaeren, ob das in seinem neuen Zielland nicht auch moeglicherweise genauso mies laeuft wie in seinem Heimatland. Des Weiteren ist die Aussage, dort sei es besser, erstmal zweitrangig. Da Ihr dort noch nicht lebt und wahrscheinlich nur Euren Urlaub verbracht habt (wenn ueberhaupt) sieht es bei genauerer Betrachtung anders aus, als es in der Urlaubs-Wirklichkeit ist.
TIPP 1: Einige Monate im Traumland leben und zwar nicht im Hotel, sondern in einem gemieteten Haus oder Wohnung (Suchen des Objektes z.B. ueber airbnb.com), mit den Einheimischen Kontakt aufnehmen, Freunde finden, ab und an mit denen was unternehmen, selber einkaufen, selber kochen und Land und Leute kennen lernen. So merkt man sehr schnell, dass die Realitaet anders als der Urlaub oder die Vorstellung ist. Insbesondere sollte man zu den "schlechten" Wetterzeiten oder anderen Gegebenheiten dort gewesen sein.

Dann kommt die Buerokratie des Auswanderns noch ins Spiel. Was muss man vorweisen, welche Regelungen gelten um ins Land dauerhaft einreisen zu duerfen (Aufenthaltserlaubnis). Meist gibt es viele verschiedene Moeglichkeiten. Ist da ueberhaupt eine passende fuer Dich dabei? Von manchen Laendern kann man sich getrost verabschieden, da diese keine Einwanderer wollen. Da wird es von staatlicher Seite so schwierig gemacht einzuwandern, dass die meisten daran scheitern werden.
TIPP 2: Mache einen Termin mit der zustaendigen Botschaft aus und rede mal allgemein mit denen. Voraussetzungen, Bedingungen, was Du dort machen willst, wovon Du leben moechtest, welche Papiere und Stempel Du brauchst, etc.

Geld und Arbeit, ein wichtiger Punkt. Egal ob als Rentner oder als Arbeitender, wer kein Millionaer ist muss sich darum Gedanken machen. Rentner ab einem gewissen Einkommen (z.B. staatliche und/oder betriebliche Rente, Vermoegen aus Versicherungen, etc.) haben es sicherlich leichter. Doch wer eine Arbeitsstelle braucht und keinen Arbeitgeber hat und sich erst einen suchen will bzw. muss, hat erheblich schlechtere Karten. Mir ist kein Auswanderungsland bekannt, das Dich sucht und nur auf Dich wartet. Arbeitest Du in einem normalen ueblichen Beruf, so kannst Du davon ausgehen, das es die auch in Deinem Traumland gibt und zwar nicht nur die Arbeitsplaetze, sondern auch die einheimischen Arbeitskraefte. Warum sollte man Dich also unbedingt haben wollen?
Von Vorteil ist es, wenn man einen Beruf ausueben kann, der dort gesucht wird. Dies ist jedoch seltener der Fall, als man es wahrhaben moechte. Und ja, wir Deutschen haben noch einen guten Ruf im Ausland, aber der Deutsche der hier was leistet und anerkannt ist, muss sich im Zielland erst einen "Ruf" aufbauen.
TIPP 3: Waehrend des Aufenthaltes im Zielland, Kontakte aufbauen, gezielt nach Arbeit suchen, und dann wird man feststellen, wie leicht oder schwer es ist eine gut bezahlte Arbeitsstelle zu finden. Arbeitsaemter, staatliche Stellen koennt Ihr getrost vergessen - solange Ihr keine Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis habt, werden die nicht wirklich weiter helfen.

Sicherheit ist ebenfalls ein nicht zu vergessender Aspekt. Ausserhalb der Tourismus- und Hotelbereiche sieht das moegliche neue Heimatland oftmals anders aus. In etlichen Laendern gibt es eine Art der Tourismus-Polizei, die sich speziell in den Bereichen, welche von Touristen frequentiert werden aufhalten und fuer eine Sicherheit sorgen, welche ausserhalb der Bereiche nicht mehr gelten. Ich rede hier nicht vom brutalen Terrorismus, sondern auch von Diebstaehlen, Ueberfaellen, Einbruechen. Sind viele Wohnanlagen mit Stacheldraht umzaeunt, leben die Reichen nur in abgespreerten Wohnanlagen mit Sicherheitskraeften, etc. Mit offenen Augen durchs Land laufen und man sieht einiges.
TIPP 4: Sich mit den Einheimischen unterhalten wie sie sich fuehlen, Geschichten erzaehlen lassen, auch die haben Ihre Probleme. Vorab beim auswaertigen Amt ueber die Sicherheitslage erkundigen.

Soziales Umfeld und Mentalitaet. Dein neues Heimatland und deren Bewohner hat mit sehr hoher Sicherheit andere Ansichten und Meinungen zum allgemeinen Leben wie Du. Wenn Du Dein Heimatland verlaesst, ja dann nimmst Du ggf. die Familie mit, aber bestimmt nicht alle Freunde. Auch hier gilt zu bedenken, dass man sich neue Kontakte, ein neues soziales Umfeld aufbauen muss. Was machst Du alleine, kannst Du ueberhaupt alleine leben, wieviele Menschen brauchst Du um Dich wohlzufuehlen.
TIPP 5: Also rede mit den Einheimischen ausserhalb der Touristen-Bereiche, kommst Du mit den Menschen klar, kommst Du mit der anderen Mentalitaet klar? Stichworte waeren z.B.: Unpuenktlichkeit, lockerer Umgang, nicht auf das Morgen achten, unachtsames durchs Leben gehen, sich nicht an Abmachungen halten.

Die klimatischen Bedingungen sind moeglicherweise auch ganz andere. Moeglicherweise ist es dort wesentlich kaelter oder waermer. Kannst Du dauerhaft in so einem Klima leben? Ja, Sonne ist prima, aber jeden Tag 30°C, tropisches, subtropisches oder gar wuestenaehnliches Klima, vielleicht auch nur an 30 Tagen pro Jahr ueber 15°C, der Rest eisig kalt. Hmmm, im Urlaub war das bestimmt was anderes, als dauerhaft es zu ertragen.
TIPP 6: Etwas laenger zu den extrem Temperaturzeiten das Land begutachten und dabei auf den eigenen Koerper achten. Was macht der Kreislauf, der Blutdruck und die Pumpe, arbeiten sie noch gut?