Von Boquete nach Bocas del Toro mit Auto und Hund

In diesem Forum können Reiseberichte und Erfahrungen mit bestimmten Orten in Panama geteilt werden.
Antworten
Benutzeravatar
simon
Site Admin
Beiträge: 31
Registriert: 19. Apr 2017, 23:52

Von Boquete nach Bocas del Toro mit Auto und Hund

Beitrag von simon » 10. Nov 2017, 13:30

Wir leben nun schon knapp 2 Jahre in Panama, genauer gesagt im Hochland von Boquete, wo der Anbau von Kaffee, Gemüse und Orchideen zu den Hauptattraktionen zählen. Gelegentlich packen wir unsere Sachen und machen kleine Reisen im Land oder in den Nachbarländern. Am vergangenen Wochenende sind wir zum ersten Mal in die Provinz / das Inseldorf „Bocas del Toro“ gefahren, wo man einige der schönsten karibischen Strände finden kann.

Die Hinfahrt von Boquete mit dem Auto

Von Boquete aus kann man mit dem Auto oder mit einem Bus nach Almirante fahren. Die Fahrt mit dem Auto dauert ca. 3,5 Stunden und führt durch die atemberaubende Berglandschaft von Chiriqui-Grande. Die Straße ist ganz ok, aber man sollte möglichst ein Auto mit manueller Schaltung haben, da sonst durch das ständige Bremsen die Bremsbeläge ziemlich heiß werden. Dies ist zumindest mit unserem Toyota 4Runner Automatik der Fall gewesen. Es gibt 2-3 Stellen, wo die Straße wie aus dem Nichts sehr schlecht wird, und man sehr aufpassen muss, ansonsten ist die Fahrt entspannt und man kann sogar Google Maps mit GPS benutzen.

Almirante ist eine kleine verschlafene Hafenstadt, die durch die Verschiffung der berühmten Chiquita Bananen bekannt ist. Es gibt dort wirklich nichts besonderes zu sehen, außer die Container voll mit Bananen. Insgesamt ist es dort eher dreckig, stinkt ein wenig und die Menschen sind 100% auf Touristenfang eingestellt. Als wir ins Dorf hinein fuhren, riefen sie uns gleich „Holá Gringo“ entgegen, und man verfolgte unser Auto mit dem Fahrrad um für das Zeigen des Weges am Ende Geld zu bekommen. Im Vergleich zum restlichen Panama, fühlt man sich hier von Beginn an ein wenig wie ein Goldesel aus dem reichen Europa. Das Auto kann man übrigens in Almirante für 3 Dollar pro Tag abstellen und bewachen lassen. Dies hat gut geklappt.

Wassertaxi fahren fetzt, sogar mit Hund

Ab Almirante geht es weiter mit Wassertaxis, die einen zu einer der vielen Inseln bringen. Der Preis liegt bei ca. $6-$10 pro Person, wobei Ausländer mehr zahlen müssen. Eigentlich hätten wir für unseren mittelgroßen Hund eine Box oder eine Tasche benötigt, der Kapitän war aber so freundlich, uns so mitzunehmen. Ich musste nicht mal bezahlen für den Hund, also schon mal eine Erleichterung. Die Fahrt dauerte ca. 20 Minuten von Almirante bis nach Bocas Town auf der Hauptinsel, und bei höheren Wellen und der enormen Geschwindigkeit, hat man ein bisschen Nervenkitzel inklusive.

Erster Eindruck von Bocas Town

Am Wassertaxi-Dock in Bocas Town angekommen, überkam mich ein kleiner Kulturschock. War ich doch Boquete bereits fast 2 Jahre gewohnt, und fühlte ich mich dort sehr wohl, so war Bocas Town wie eine neue Welt mit wesentlich weniger Entwicklungsfortschritt. Die Menschen sehen arm aus, es stinkt, überall liegt Müll herum und alles ist mehr oder weniger kaputt. Nur die Dinge, mit denen man Geld verdienen kann funktionieren. Auch hier wird man natürlich ständig angequatscht und es wird versucht, irgendwas zu verkaufen. Na gut, ist normal in Touristengebieten. Ich mag es trotzdem nicht, wenn die Menschen denken, ich hätte mein Geld fürs Nichtstun bekommen, und könnte es ihnen für selbiges überlassen.

Mit dem Toyota Hilux Taxi zum Hotel

Auf der Insel kann man sich entweder mit Bussen, Taxis oder geliehenen Fahrrädern und Quads fortbewegen. Da wir einen Hund dabei hatten, kam für uns lediglich das Taxi in Frage, welches im Vergleich zum restlichen Panama ungefähr 8-10 Mal teurer ist. Die Fahrt vom Dorfzentrum bis zu unserem Hotel „Tesoro Escondido“ dauerte ca. 8-10 Minuten und kostete 15 Dollar. Für einen Deutschen ist dies zunächst nicht viel, wenn man aber bedenkt, dass so eine Fahrt auf dem Festland normalerweise 1,50 Dollar oder weniger kosten würde, ist das schon happig. Ich bin verwöhnt von Boquete, wo ich für 60 Cent durchs ganze Dorf fahren kann. Immerhin hat er unseren Hund mitgenommen, was die meisten nicht tun. Busse schon gar nicht.

Das Hotel Tesoro Escondido

Ich hatte zuvor bei facebook nach Empfehlungen für hundefreundliche Hotels gefragt. Nach einigen Empfehlungen, entschieden wir uns für dieses Hotel. Es war unter anderem mit „nur“ rund 50 Dollar unter den günstigsten auf der Insel. Das Hotel wurde von einem jungen Italienischen Paar geführt, welches sehr freundlich und zuvorkommend war. Alles was sauber und auf den ersten Blick wirklich schön. Das typisch italienische Essen was sehr lecker, aber es waren leider sehr kleine Portionen, wenn man die Preise dazu sieht. Ein sogenannter „Thuna-Salad“, bestehend aus einer Dose Fisch (Thunfisch schwimmt vor der Türe herum!) einer Tomate und ein bisschen Zwiebel, kostet starke 7 Dollar! Ein Teller Spaghetti mit einem Löffelchen Soße bis zu 13 Dollar. Ich meine wir sind normal gebaut, eher sportlich bis sehr schlank, aber die Portionen waren einfach viel zu klein für den Preis. Wir hatten dann noch das eine oder andere Bierchen und 3 Cocktails, die in normalen und ebenfalls sehr kleinen Trinkgläsern serviert wurden. Insgesamt hat der Aufenthalt im Hotel 300 Dollar gekostet, für 2 Nächte mit 3 Personen. Jetzt denkt man sich im ersten Moment: Das ist gar nicht sooo viel. Aber im Vergleich zur Qualität ist es dann doch etwas anderes. Das Hotel sieht auf der Internetseite wesentlich besser aus, in Wirklichkeit ist es etwas mehr abgenutzt. Dies ist aber hier in Panama auch gängige Praxis, selbst wenn der Besitzer kein Einheimischer ist. Uns wurde geraten, das Licht nicht zu nutzen, den Ventilator abzuschalten etc... weil ja sonst der Stromgenerator zu lange laufen würde. Hmm... Ebenso sollten wir nicht zu viel Wasser verbrauchen, da dies ja aus dem Regentank kommt, und der fast leer ist. Kann ich alles verstehen, aber bei den Preisen eben nicht so sehr... Genug gemeckert, das Hotel bekommt von mir die Schulnote 4, denn es war nicht super, aber eben ausreichend

Die wahren Highlights des Trips

Am ersten Morgen sind wir mit dem Taxi zum „Playa Estrella“ (Starfish Beach) gefahren, um die berühmten Seesterne live und in Farbe zu erleben. Wieder waren 24 Dollar für das Taxi fällig, da diese Strecke nun doch etwas weiter war. Der Taxifahrer wollte den Hund aber nur auf der hinteren offenen Ladefläche mitnehmen, und da mein Hund dies nicht gewohnt war, musste ich mit hinten drauf. Schön heiß und vor allem ruckelig, sodass mir in regelmäßigen Abständen das Frühstück hochkam. Hat aber gerade noch mal geklappt, und wir sind unversehrt angekommen im Paradies.

Endlich wurden die Strapazen belohnt mit einem wunderschönen und super entspannten tropischen Strand, dem Geruch von gebratenem Fisch, Pina Colada und lateinamerikanischer Musik. Wir haben uns am Ende der Restaurantkette ein ruhiges Plätzchen gesucht, und dort fast den ganzen Tag verbracht. Man will gar nicht mehr raus aus diesem türkisblauen herrlich warmen Wasser, umzingelt von kleinen bunten Fischen. Natürlich hatten wir alle recht schnell einen kleinen Sonnenbrand.

Abends dann zurück ins Hotel und erstmal schlafen, nach so einem Tag am Strand.

Den nächsten Tag haben wir dann am „Playa Bluff“ verbracht, auf der anderen Seite der Insel, die zum Atlantik hin zeigt. Der Strand sieht hier komplett anders aus. Der Sand ist gelb und die Sandkörner wie Sägespäne. Das Wasser ist rauher und es gibt starke Riptides, vor denen auf Schildern gewarnt wird. Vier Kilometer herrlicher Strand, ohne einen einzigen Menschen im Wasser. Hier kann man einfach nur im Sand liegen, eine Kokosnuss schlürfen und nichts tun. Dies haben wir getan, daher gibt es darüber nicht sonderlich viel zu erzählen.

Die Rückfahrt und die zweite Nacht im Hotel unterschieden sich nicht wesentlich von der Hinfahrt und der ersten Nacht. Daher gibt es nicht viel zu schreiben an dieser Stelle. Wir sind auf die gleiche Art und Weise zurückgefahren, wie wir gekommen sind.

Fazit

Mein persönliches Fazit ist: Es gibt herrliche tropische Strände in Bocas del Toro, sowie eine umwerfende Tierwelt, Affen die über einem im Baum hängen und Brüllen, sowie bunte Vögel, Papageien und vieles mehr. Die Natur hat einiges zu bieten. Aber überall da wo Menschen leben, ist es nicht schön, stattdessen laut, dreckig und für uns Touristen nicht immer ungefährlich oder entspannt. Ich persönlich mag lieber Touristengebiete in höher entwickelten Gegenden, wo die Kluft zwischen mir und dem Service-Anbieter nicht ganz so groß ist. So wie eben in Boquete zum Beispiel.

Bocas del Toro ist daher meiner Meinung nach absolut überteuert und ich frage mich wo all dieses Geld bleibt? Diese Frage stelle ich mir aber auch oft im restlichen Panama

Die Hitze ist teilweise unerträglich. Daher rate ich von dem Trip ab, wenn jemand mit Hitze und vor allem Feuchtigkeit (über 90%) nicht so gut klar kommt. Mein Laptop und die Kamera hatten sofort einen feuchten Film. Zum Glück hatte ich meinen Boblbee Rucksack dabei, der alles perfekt schützt und sicher aufbewahrt.

Ich würde Bocas del Toro eher jemandem empfehlen, der auf Party und Faulenzen steht, oder eben für Wassersport Kajakfahren oder Wandern durch den Djungel.

Links:
http://tesoroescondido.info/
http://bocasdeltoro.com/
https://outdoor-total.de/produkt/boblbee-gt-20l/
Hasta la vista, baby!

Michael
Beiträge: 1
Registriert: 4. Sep 2017, 03:38

Re: Von Boquete nach Bocas del Toro mit Auto und Hund

Beitrag von Michael » 15. Nov 2017, 02:17

Hallo Simon,

wie Du schon beschrieben hast warten die Einheimischen in Almirate auf die "Gringos" in Bocas ist die Abzocke noch schlimmer,
wir waren 2 oder 3 mal in 14 Jahren dort, stinkend dreckig ueberteuert und zuviele der "Erwaehnten", Panama hatt mehr zu bieten.

Waren letztes Wochenende in Boquete zum Kaffeetrinken,

Gruss aus PTY

Michael

Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast